Orte des Gedenkens

Die ehemaligen Außenlager des KZ Mittelbau-Dora

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Standorte der „Fahnen der Erinnerung“ und Lage der Bodenaufkleber in den Harz-Gemeinden,
in denen sich im April 1945 KZ-Außenlager des „Lagerkomplexes Mittelbau“ befanden.
Grafik: „Jugend für Dora“ e.V.

 

Insgesamt ein KZ-Hauptlager und 39 KZ-Außenlager zählten zum „Lagerkomplex Mittelbau“ in der Harz-
region. Sie befanden sich auf dem Gebiet der heutigen Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt
und Thüringen: Ihre ehemaligen Standorte liegen heute in mehr als 30 Städten und Gemeinden.

35 dieser Lager existierten noch bis Ende März/Anfang April 1945. Die KZ-Wachmannschaften der SS
und der Wehrmacht räumten fast alle innerhalb weniger Tage: Sie zwangen die Häftlinge auf Räumungs-
transporte und Todesmärsche, kurz bevor die amerikanischen Truppen die Lager im Harz erreichten
und die wenigen dort verblieben Häftlinge befreiten.

Die meisten Häftlinge des KZ Mittelbau-Dora erlebten deshalb ihre Befreiung erst später an anderen
Orten. Zuvor starben jedoch Tausende noch unterwegs bei diesen Räumungstransporten und Todes-
märschen an Entkräftung und Unterversorgung, durch gezielte Gewalt und Misshandlung sowie bei
den Massakern der sogenannten Endphaseverbrechen.

Unser Gedenkprojekt „Fahnen der Erinnerung“ erinnert ab 7. April 2015 vor Ort in den 31 heutigen
Gemeinden an das Ende dieser letzten 35 Mittelbau-Lager:

KZ Artern (Gemeinde Artern)
KZ Ballenstedt (Gemeinde Ballenstedt)
KZ Bischofferode(Landgemeinde Am Ohmberg)
KZ Blankenburg-Oesig (Stadt Blankenburg)
KZ Blankenburg-Regenstein (Stadt Blankenburg)
KZ Bleicherode (Stadt Bleicherode)
KZ Boelcke-Kaserne (Stadt Nordhausen)
KZ Dora, später KZ Mittelbau I (ehemaliges Hauptlager des Lagerkomplexes Mittelbau, Stadt Nordhausen)
KZ Ellrich-Bürgergarten (Stadt Ellrich)
KZ Ellrich-Juliushütte (Stadt Ellrich und Samtgemeinde Walkenried)
KZ Groß-Werther (Gemeinde Werther)
KZ Günzerode (Gemeinde Werther)
KZ Harzungen (Gemeinde Harzungen)
KZ Hohlstedt (Verbandsgemeinde Goldene Aue)
KZ Ilfeld (Gemeinde Harztor)
KZ Ilsenburg (Stadt Ilsenburg)
KZ Kelbra (Verbandsgemeinde Goldene Aue)
KZ Kleinbodungen (Gemeinde Kleinbodungen)
KZ Mackenrode (Gemeinde Hohenstein)
KZ Niedergebra (Gemeinde Niedergebra)
KZ Nüxei (Stadt Bad Sachsa)
KZ Osterhagen (Stadt Bad Lauterberg)
KZ Osterode-Freiheit (Stadt Osterode)
KZ Osterode-Petershütte (Stadt Osterode)
KZ Quedlinburg (Stadt Quedlinburg)
KZ Rehungen (Gemeinde Sollstedt)
KZ Roßla (Einheitsgemeinde Südharz)
KZ Rottleberode (Einheitsgemeinde Südharz)
KZ Stempeda (Stadt Nordhausen)
KZ Tettenborn (Stadt Bad Sachsa)
KZ Trautenstein (Stadt Oberharz am Brocken)
KZ Wickerode (Einheitsgemeinde Südharz)
KZ Wieda (Samtgemeinde Walkenried)
KZ Woffleben (Stadt Ellrich)

Alle Informationen zu diesen ehemaligen KZ-Außenlagern und zu ihrer Räumung im Frühjahr 1945
finden Sie in einer Gesamtübersicht hier.

Eine Übersicht über die voraussichtlichen Uhrzeiten für unsere Fahnenaufstellung in den 31 Städten
und Gemeinden finden Sie hier.

Aufkleben
Beim Anbringen der Bodenaufkleber vor Ort in den Gemeinden der Harzregion.
Foto: “Jugend für Dora” e.V.

Neben den hier aufgeführten Orten und Lagern gab es  vier weitere Außenlager, die kurzzeitig dem
KZ Mittelbau unterstellt waren: die sogenannten SS-Eisenbahnbaubrigaden. Sie gehörten zu den
insgesamt acht „Konzentrationslagern auf Schienen“. Als Lager diente ein Zug, in dem Häftlinge und
Bewacher untergebracht waren. Eingesetzt wurden diese mobilen Konzentrationslager je nach Bedarf
an wechselnden Standorten: Die Häftlinge mussten Gleisreparaturen und andere Arbeiten verrichten.
Am Ende des Krieges wurden diese SS-Eisenbahnbaubrigaden in andere Regionen verlegt und dem
KZ Sachsenhausen unterstellt.

Da die Räumung dieser vier Außenlager Anfang 1945 somit nicht mehr dem Verwaltungsbereich des
KZ Mittelbau unterlag, finden sie in unserem Projekt keine Berücksichtigung.

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